Veränderung der Medienkompetenz gewünscht
4 04 2007
Wie ich heute beim durchblättern der C’t feststellte, bietet die Programmzeitschrift TV Movie ab sofort sogar einen Bereich für Webinhalte auf ihrer Homepage an.
Da in Zeiten von YouTube, Sevenload etc. der Konsument verstärkt zum Prosumer wird, also dem aktiven Konsumenten der auch selbst Inhalte oder Produkte produziert, ist dies natürlich nur eine logische Folge.
Schon das Bloggen, als einer der bekanntesten Vertreter dieser Zeitenwende, zeigt wie stark sich damit auch das Rezipienten Verhalten ändert. Antworten auf einen Großteil meiner fachlichen Fragen erhalte ich verstärkt aus Blogs, statt wie früher aus Fachzeitschriften, Büchern, Homepages oder Internet Foren. Zur Entspannung lese ich in meinen Feedreader die abonnierten Feeds, höre Podcasts und soll es mal doch bewegt sein, schaue ich bei den bekannten Videoplattformen rein. Selbst vor Filmen oder Serien macht dieser Trend nicht halt. Nein, damit meine ich keine illegalen Angebote, sondern legale wie die ZDF Mediathek oder das des Nachrichten Senders n-tv.
Doch bisher fehlte mir eben so ein Angebot wie das der TV Movie. Ich bin eben nicht damit aufgewachsen, mir einfach zu nehmen was angeboten wird. Vor ein paar Jahren habe ich mal ein Onlineseminar zum Thema Medienkompetenz belegt und dann als Tutor mit betreut, in diesem Seminar sind mir einige Dinge bewusster geworden, die ich im “Normalen Leben” allenfalls im Gefühl gehabt habe.
Doch gerade in der jüngsten Vergangenheit bin ich mir dieses Themas mehr und mehr bewusst geworden und ich glaube das es gerade durch die Einfachheit und durch die inzwischen breite Verfügbarkeit von wirklich schnellen Internetanschlüssen auch in Zukunft einen größeren Wandel in der Medienkompetenz des Einzelnen geben wird.
Wo früher noch die simple Stigmatisierung für die meisten Eltern galt, ihre Kinder vor dem Fernseher ruhig zu stellen, wird es in Zukunft wesentlich mehr Möglichkeiten und wohl auch Probleme geben. Ein Grundübel in meinen Augen ist, das Eltern oft selbst nicht über genügend Medienkompetenz verfügen um ihren Kindern gesunde Mediennutzung beizubringen und wie auch, sie haben es ja meist nie selbst gelernt. Solche Angebote wie das der TV Movie, helfen in diesem Fall Medienkompetenz auch bei Erwachsenen zu schulen und erfüllen durch ihre Redaktionelle Betreuung somit sogar eine Art Bildungsauftrag.
Man darf nur hoffen das dieser gute Ansatz nicht zu einer Werbe- und Effekthascherischen Farce verkommt, wie zum Beispiel ein stark beworbenes Videoportal, welches sich mit Steck-Fischen schmückt und sich als Alternative zu Sevenload und YouTube anbiedern will, doch fast nur Kommerziellen Gonzo Content liefert und vermutlich trotzdem (oder gerade deswegen) scheinbar erfolgreich ist…

















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